Es war mehr als nur ein letztes Saisonspiel – es war ein Abend voller Emotionen, Abschiede und ein würdiger Schlusspunkt einer schwierigen Spielzeit. Die Handball Wölfe Plankstadt mussten sich in der Oberliga Baden-Württemberg der SG Hegensberg-Liebersbronn knapp mit 29:30 (14:14) geschlagen geben. Doch das Ergebnis rückte an diesem besonderen Abend beinahe in den Hintergrund.
Bereits vor Anpfiff stand fest: Die Wölfe treten den Gang in eine neue Liga an. Umso größer war der Wunsch, sich im „letzten Tanz“ noch einmal von der besten Seite zu zeigen – und gleichzeitig Abschied vom voraussichtlich letzten Spiel in der heimischen Mehrzweckhalle zu nehmen, die über Jahre hinweg Schauplatz zahlreicher Handballabende war. Künftig wird die Reise in der neuen Plarena weitergehen.
Starker Auftakt des Außenseiters
Auf dem Papier als klarer Außenseiter gestartet, präsentierten sich die Wölfe von Beginn an mutig und auf Augenhöhe mit den Gästen aus Württemberg. Mit Spielfreude und Entschlossenheit erspielte sich das Team früh Vorteile und konnte sich nach rund 15 Minuten mit 9:7 absetzen.
Immer wieder blitzte im Angriff die individuelle Klasse auf – kreative Lösungen, überraschende Abschlüsse und ein gutes Zusammenspiel sorgten für Stimmung auf den Rängen. Auch defensiv zeigte sich Plankstadt stabil, unterstützt von einer starken Torhüterleistung. Der verdiente Lohn: ein ausgeglichenes 14:14 zur Halbzeitpause, mit dem die Gastgeber absolut zufrieden sein konnten.
Bruch nach der Pause – und ein spätes Aufbäumen
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Beide Mannschaften lieferten sich ein intensives Duell auf Augenhöhe, ehe die Gäste zwischen der 40. und 50. Minute den entscheidenden Lauf starteten. Mit einem 5-Tore-Vorsprung schien die Partie vorentschieden.
In dieser Phase fehlte den Wölfen die nötige Durchschlagskraft und Tiefe im Angriff, um an die starke erste Halbzeit anzuknüpfen. Doch wer dachte, die Partie sei entschieden, hatte die Rechnung ohne den Kampfgeist der Plankstadter gemacht.
Angetrieben vom Publikum starteten die Wölfe in den letzten zehn Minuten eine beeindruckende Aufholjagd. Tor um Tor kämpfte sich das Team zurück und verkürzte bis auf einen Treffer. Der mögliche Lucky Punch blieb jedoch aus – der Ausgleich wollte in den Schlusssekunden nicht mehr gelingen.
Emotionale Abschiede und großer Applaus
Neben dem sportlichen Geschehen standen vor allem die Abschiede im Mittelpunkt. Das Torhütergespann um Raúl Lazaro Garcia und Sebastian Kaiser wurde unter großem Applaus verabschiedet. Beide prägten über Jahre hinweg das Gesicht der Wölfe und hinterlassen eine große Lücke – sportlich wie menschlich.
Auch die Fans verabschiedeten „ihre“ Halle mit viel Herzblut. Die Atmosphäre in der Mehrzweckhalle war über die letzten Jahre lautstark, emotional und sorgte für eine Vielzahl von Punktgewinnen.
Ein versöhnlicher Abschluss trotz Niederlage
Auch wenn am Ende keine Punkte auf dem Konto standen, konnten die Wölfe mit ihrer Leistung zufrieden sein. Kampf, Leidenschaft und spielerische Qualität stimmten – ein Auftritt, der Mut für die Zukunft macht.
Die Wölfe verabschieden sich mit einem großen Dank an ihre Fans, die das Team über die gesamte schwierige Saison hinweg unterstützt haben.
Für die Wölfe spielten:
Nicolas Großhans (7), Alexander Leibnitz (7), Tadeo Eichhorn (3), Maximilian Muschelknautz (3), Leonard Verclas (3), Nikolas Zincke (2), Florian Fröhlich (1), Julian Maier (1), Axel Schöffel (1), Nico Schöffel (1), Ben Bräunling, Robin Geiss, Sebastian Kaiser, Raúl Lazaro Garcia, Steffen Ritter, Cameron Villa Apps.
Leonard Verclas




